
Informationen rund um das Deutsche Zwerghuhn und dem Sonderverein der Züchter des Deutschen Zwerghuhns. Gerne werden hier weitere Texte und Infos veröffentlicht.
Das Deutsche Zwerghuhn
Das Deutsche Zwerghuhn ist in seiner Art ein relativ einfach zu züchtendes Tier. Bereits mit wenigen Ausgangstieren wie 1,3 oder 1,4 oder mit einem Satz Bruteiern kann eine Zucht aufgebaut werden. Die Legeleistung sollte nicht unbedingt im Vordergrund stehen, aber eine gute Henne erreicht im Jahr gut und gern eine Eizahl von 120 Stück. Es gibt keinerlei Probleme bei der Kunstbrut, Naturbrut ist jedoch weitestgehend auch möglich. Von der Eieinlage ist es ohne weiteres möglich, Schlupfergebnisse bis zu 80 und mehr Prozent zu erzielen. Selbst in den einzelnen Farbenschlägen ist hier kein Unterschied festzustellen. In der Aufzucht treten keinerlei Probleme auf, wenn ordnungsgemäße Aufzuchtsbedingungen ( Stall und Fütterung ) gegeben sind. Der Erfolg auf Dauer ist allerdings nur zu erreichen, wenn ein Züchter die Herkunft der Tiere genau kennt und eine zielgerichtete Verpaarung auf die bestehenden Zuchtmerkmale ausrichtet. Einkreuzungen mit anderen Rassen sollten unterlassen werden und selbst in den Farbenschlägen untereinander ist mit Vorsicht heranzugehen, weil bei nicht richtiger Verpaarung ein ganzer Bestand in der Qualität leiden kann.
Am besten gedeihen die Deutschen Zwerge bei großen Ausläufen, aber auch eine Volierenhaltung mit kleineren Ausläufen wird zu den notwendiger Erfolgen führen. Zuchtstämme können bis 1,10 problemlos zusammengestellt werden, aber der erfahrene Züchter wird immer mit kleineren Stämmen die unterschiedlichsten Rassenmerkmale für seine Zucht ausnutzen, um damit eine höhere Qualität der Tiere zu erhalten. Deutsche Zwerghühner zu züchten wird immer sehr viel Spaß bereiten, denn auf engstem Raum gehalten können diese Tiere sehr zutraulich werden. Ihre typischen Landhuhneigenschaften haben sie aber bis zum heutigen Tag nicht ablegen können. Der Baum als Übernachtungsort wird immer wieder gesucht. Auch wird öfter eine Henne verschwunden sein, die 3 Wochen später mit ein paar Küken aus einem nicht vermuteten Plätzchen kommt. Der Charakter des ursprünglichen Landhuhnes ist in all seinen Erbanlagen erhalten geblieben und muss durch effektive Zuchtarbeit immer weiter vervollkommnet werden.
Die Deutschen Zwerghühner werden in folgenden anerkannten Farbenschlägen gezüchtet: wildfarbig, goldhalsig, orangehalsig, silberhalsig, blaugoldhalsig, blauorangehalsig, blausilberhalsig, rotgesattelt (weiß-goldhalsig), weiß, schwarz, perlgrau, gelb, gold-porzellanfarbig, schwarz-weißgescheckt, weiß-schwarzcolumbia, weiß-blaucolumbia, gelb-schwarzcolumbia, gelb-blaucolumbia, isabell-perlgraucolumbia und birkenfarbig. Bei allen farblichen Betrachtungen der Deutschen Zwerghühner ist immer davon auszugehen, dass die Deutschen Zwerghühner auf der Basis der Einstammzucht auf Grundlage der Hahnenfarbe gezüchtet werden. Farblich gibt es bei den Deutschen Zwerghühnern im Gegensatz zu vielen anderen Rassen eine Vereinheitlichung besonders in den wildfarbigen Farbenschlägen ( als wildfarbige Farbenschläge sind zu verstehen goldhalsig, orangehalsig, silberhalsig, blaugoldhalsig, blauorangehalsig, blausilberhalsig, rotgesattelt und wildfarbig ).
Die Hähne sollen eine saubere Brust-, Bauch- und Schenkelfarbe besitzen, im Hals- und Sattelbehang wird eine reine Farbe mit dem exakt gefärbten Schaftstrich verlangt, Schultern und Rücken entsprechen dem Farbenschlag.
Die Hennen besitzen eine lachsfarbene Brustfarbe, entsprechend intensiv nach den Farbenschlägen, sowie im Halsbehang einen Schaftstrich. Das Mantelgefieder ist mit einer Rieselung versehen und jede Feder zeigt einen sichtbaren Nerv. Entscheidend ist bei der Rieselung nicht unbedingt die absolute Feinheit, sondern eine gleichmäßige Rieselung. Sollte diese noch sehr fein sein, wird der Zuchtwert des Tieres enorm erhöht.
Bei den wildfarbigen Hennen kommt noch hinzu, dass seitlich der Brust eine dunkle Puderung vorhanden sein muss und die Feder im Mantelgefieder mit einem zarten schwarzen Rand ( Pigmentverdichtung ) endet. Farbfehler beim Hahn sind fehlender, andersfarbiger oder durchstoßender Schaftstrich, Brust- und Schenkelsäumung, fehlendes oder unsauberes Flügeldreieck und bei der Henne Doppelsaum, starker Flitter, bänderartig zusammengeballte Rieselung, fehlende Nervzeichnung, starker Rost auf den Flügeldecken, helle und unsaubere Brustfarbe. Die weißen Deutschen Zwerge müssen farblich reinweiß sein. Gelblicher Hals- und Sattelbehang sowie Braun im Mantelgefieder sind unerwünscht. Die schwarzen Deutschen Zwerghühner bilden in der Farbe Schwarz eine Ausnahme in der Hühnerfarbe. Das Schwarz des Deutschen Zwerges ist ein Samtschwarz. Lediglich beim Hahn darf in Flügelbinde und Schwanz Grünglanz erscheinen. Farbfehler bei den schwarzen Deutschen Zwergen sind Blauglanz, Grünglanz und Bronze. Die perlgrauen und gelben Deutschen Zwerge besitzen eine einheitlich gleichmäßige Farbe. Die Porzellanfarbigen entsprechen in ihrem Grundaufbau den Federfüßigen Zwerghühnem, allerdings sind die Forderungen nicht so hoch gestellt. Die schwarz - weißgescheckten Deutschen Zwerge besitzen eine grünglänzende schwarze Grundfarbe, wobei die Federenden mit V -förmiger weißer Spitze versehen sein sollten. Die Columbiafarbenen ( hell und gelbcolumbia ) weichen nicht von den Standards ab. Hals und Sattelbehang mit schwarzen Schaftstrichen ( Kragenschluss keine Forderung, aber bei hochwertigen Tieren erwünscht ) und bei den Hennen auf dem Oberrücken unter dem Halsbehang schwarze Tropfenzeichnung. Birkenfarbige und braunbrüstige Tiere besitzen eine schwarze Grundfarbe mit silberfarbiger bzw. goldfarbiger Zeichnung im Halsbehang mit schwarzen Schaftstrlichen bei den Hähnen und Hennen. Das Flügeldreieck muss schwarz sein und an der Brust ist bei beiden Geschlechtern bis zum Kropf eine schmale Säumung in Silber bzw. Gold vorhanden. Die blaugesäumten Tiere besitzen im Mantelgefieder einen leichten, etwas dunkleren Saum.
In allen Farbenschlägen ist Schilf als ein grober Fehler zu betrachten. Grobe Fehler sind dürrer, plumper oder kurzer Rumpf, flache Brust, spitzer Bauch, durchgebogener Rücken, Hängeflügel, steil getragener oder schleppender Schwanz, lange und andersfarbige als graublaue Läufe ( bei Schwarz im ersten Jahr dunklere Läufe gestattet ), Rot in den Ohrscheiben bei Jungtieren und rauhe Federstruktur.
Wenn ein Deutscher Zwerg sich stolz und gewandt, anmutig und lebhaft, mit feinliniger Walzenform zeigt und dabei noch gut anliegende Flügel besitzt, sind alle Forderungen an die Form erfüllt. Der Hahn muss noch einen Schwanz mit reichlich breiten Sicheln besitzen, die nicht den Boden berühren sollen.
SV der Züchter des Deutschen Zwerghuhns
Gelbe Deutsche Zwerghühner
Warum nicht Gelbe Deutsche Zwerghühner? Zu den wohl seltenen Farbschlägen der "Deutschen" gehört leider der Gelbe mit zu den Favoriten. Woran mag dies wohl liegen? Bestimmt nicht an seiner sehr imposanten Ausstrahlung. Gelbe Deutsche Zwerge in einem Auslauf oder auf einer grünen Wiese erfreuen nicht nur das Züchterherz sondern sind auch für Besucher ein echter Augenschmaus.
Laut Standart sollte ein Deutscher Zwerg einen Walzenförmigen fast waagerechten gestreckten Rumpf zeigen, der gut doppelt so lang wie hoch sein sollte. Hier haben es die Gelben schon etwas schwer, da sie meist nicht die Länge der übrigen Farbschläge erreichen. Dies ist aber wohl eher auf die geringe Verbreitung der Gelben zurück zu führen. Jedoch sieht man hier und dort Tiere die es mit den anderen Farbschlägen hinsichtlich der Figur aufnehmen können. Die Gelben wirken, da sie meist etwas tiefer und nicht ein so festes Gefieder besitzen, etwas plump in ihrer Figur. Hier sollte man mit Feingefühl bewerten, da es fast keine Züchter dieses sehr seltenen Farbschlages gibt. Ein wichtiger Faktor bei der Zucht der Gelben ist die Gleichmäßigkeit des Farbtones. Ob die Farbe eine Idee heller oder dunkler ist, sollte keine Rolle spielen .Gleichmäßigkeit der Farbe was heißt das? Beim Hahn sollte sich das Schmuckgefieder nicht deutlich von dem übrigen absetzen. Jedoch ist Vorsicht geboten, da dass Schmuckgefieder oft glänzender als das Mantelgefieder erscheint. Diese Tatsache darf nicht mit farblich zu dunklem Hals und Sattelgefieder verwechselt werden. Die schöne gelbe Farbe der Zwerg Wyandotten oder Orpington ist bei den Gelben Deutschen noch nicht so gefestigt. Folglich muss man bei den gelben Deutschen noch hinsichtlich der Gefiederfarbe abstriche machen.
Die gelbe Farbe ist abhängig von der Art der eingelagerten Pigmente und Struktur der Feder.
Es ist nicht leicht auf eine möglichst breite Feste Feder ein gleichmäßiges reines gelb zu Züchten. Hier bedarf es wesentlich mehr Züchterarbeit. Schwierig ist auch die gelbe Farbe über einen längeren Zeitraum zu halten, zumal sie ohne jeglichen Übergag des Farbverlaufes ins bräunliche oder rote sein darf. Ideal ist eine gelbe Farbe ohne jegliches Pfeffer, das heißt leichte schwarze Spritzer in den Steuerfedern. Zum Thema Pfeffer vertrete ich die Meinung, dass er in geringem Ausmaß in Steuer- und Handschwingen als Farbstoffreserve betrachtet werden kann, und bei einem figürlich vorzüglichen Tier die Höchstnote nicht ausschließen sollte.
Es ist darauf zu achten, dass es zu keinem Federverlust außerhalb der Mauser kommt, da nachwachsende Federn meist heller als die vorhandenen sind und dies wiederum zu einer ungleichmäßigen Gefiederfarbe beiträgt. Der Zuchthahn sollte in der Farbe allen Anforderungen entsprechen. Ist der Zuchthahn zu scheckig in der Farbe, stellt sich dieses Problem auch bei der Nachzucht ein. Auch bei der Henne sollte ebenfalls auf eine gleichmäßige gelbe Farbe geachtet werden.
Zu der Lauffarbe sei gesagt, dass Tiere, mit einer sehr schönen graublauen Farbe leider in der Gesichtsfarbe dazu neigen, einen leicht blauen Anflug zu bekommen. Hier sollte man sich überlegen ob es nicht sinnvoll wäre eine etwas hellere Lauffarbe zu gestatten, damit sich das Tier mit einer schönen roten Gesichtsfarbe präsentieren kann.
Sascha Michel